Sexismus ist nie harmlos

Schaust du hin?

Sexismus bedeutet, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen. Einzelne Momente wirken oft harmlos, in der Summe verstärken sie jedoch Unsicherheit und fördern eine Kultur, in der Gewalt gegen weiblich gelesene Menschen akzeptiert wird.

Sexismus zeigt sich in vielen Facetten von offener Bedrohung oder Verfolgung bis hin zu subtilen Gesten. Dazu gehören Catcalling wie Pfeifen, Zischen oder Kussgeräusche, ebenso wie aufdringliche Blicke, ungebetene Komplimente oder anzügliche Bemerkungen über das Äußere.

Lebenszeitprävalenz für sexuellen Übergriff: 18% der Frauen, 4% der Männer

Lebenszeitprävalenz für sexueller Übergriff

Quelle: Leitgöb-Guzy & Bieber (2026), LeSuBiA I, Abb. 49: Lebenszeitprävalenz für sexuellen Übergriff.

Lebenszeitprävalenz für sexuelle Belästigung mit Körperkontakt: 41% der Frauen, 12% der Männer

Lebenszeitprävalenz für sexuelle Belästigung mit Körperkontakt

Quelle: Leitgöb-Guzy & Bieber (2026), LeSuBiA I, Abb. 43: Lebenszeitprävalenz für sexuelle Belästigung mit Körperkontakt.

Lebenszeitprävalenz für sexuelle Belästigung ohne Körperkontakt: 57% der Frauen, 24% der Männer

Lebenszeitprävalenz für sexuelle Belästigung ohne Körperkontakt

Quelle: Leitgöb-Guzy & Bieber (2026), LeSuBiA I, Abb. 37: Lebenszeitprävalenz für sexuelle Belästigung ohne Körperkontakt.

Foto zu Sexismus im Alltag

Warum es uns alle betrifft

Wer im öffentlichen Raum ständig belästigt wird, leidet unter einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit und Lebensqualität. Dabei betrifft Sexismus auch männlich gelesene. Sie leiden unter Stereotypen, die sie zwingen, einem Bild von Stärke und emotionaler Distanz zu entsprechen. Offen darüber zu reden hilft, das Thema zu enttabuisieren.

Die Rechnung geht nicht auf

Das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum ist ungleich verteilt. Während männlich gelesene sich meist frei bewegen, fühlen sich weiblich gelesene besonders nachts deutlich unsicherer.

Die Angst vor Belästigung beeinflusst alltägliche Entscheidungen. Sie kostet Energie und Geld. Längere Wege werden in Kauf genommen, der ÖPNV gemieden, bestimmte Orte werden ganz gemieden.

Vermeideverhalten

Nachts Fremden ausweichen

57,2%
25,7%

Nachts den ÖPNV meiden

48,1%
22,9%

Meiden, nachts das Haus zu verlassen

40,5%
15,7%

Nachts nur in Begleitung das Haus verlassen

39,0%
11,7%
Weiblich gelesene
Männlich gelesene

Quelle: Bundeskriminalamt (BKA), Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024 (SKiD 2024), Abb. 29.